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Wasser Marsch

Ankunft auf der Insel Euböa

Heute verlassen wir diese schöne Bucht. Wir verabschieden uns von unseren Nachbarn und fahren zur Quelle, die ich gestern gefunden habe, um den Wassertank zu füllen.
Leider hat es am Wasserhahn kein Gewinde. Ich entferne bei unserem Schlauch die Kupplung und presse den nackten Schlauch an den Hahn. Es geht, ist aber etwas anstrengend. Danach fahren wir die Strasse weiter über einen Pass. Nach weiteren 200 Meter sehen wir abermals einen Wasserhahn mit Quellwasser. Dieser hat sogar ein Gewinde. Na danke, dies hätten wir einfacher haben können. Oben auf dem Pass haben wir eine Aussicht auf alle Seiten.

Wir sehen bis nach Volos und zur Insel Euböa, unserem nächsten Ziel. Unten im Tal, in Kalamaki, überfahren wir die Strasse, die direkt zur Schnellstrasse führt. Mühsam fahren wir auf einer Nebenstrasse, die weit um einen ausgetrockneten See ausholt. Die Strasse schein kein Ende zu nehmen. Letztendlich werden wir über eine Staub-Piste und durch ein Kieswerk gerüttelt. Endlich, wir haben die E92 Richtung Volos erreicht.
In Volos suchen wir ein Einkaufscenter, um unsere Vorräte zu füllen. Uns fällt auf, wie teuer es hier ist. Ist Griechenland wirklich so teuer geworden?
Eigentlich könnte man ab hier Richtung Agria und danach die Hügel um den Pilos durchkreuzen. Weil wir aber nicht wissen, ob man bei Platania auf die Insel Euböa übersetzen kann, fahren wir zurück auf die E75. Bei der nächstmöglichen Gelegenheit verlassen wir die E75 und fahren meerwärts. In Achillio sehen wir links einen verlassenen Campingplatz an einem schönen Strand. Leider haben sich Fahrende hier einquartiert und waschen gerade Ihre Wäsche. Schade.
In Glifia fahren wir direkt an den Hafen.

Da es nur diese eine Strasse gibt, haben wir auch keine andere Wahl. Wir wollen uns nach einer Fähre auf die Insel Euböa erkundigen. Wir finden weder Fahrplan noch ein Büro, wo wir uns erkundigen können. Nur ein verlassenes Kassenhäuschen. Ein LKW-Chauffeur gibt uns zu verstehen, dass wir uns hier anstellen sollen. Wir befolgen seinen Rat und setzen uns in die kleine Taverne nebenan. Hier warten wir geduldig bis sich was regt.
Wir haben unseren Platz auf der Fähre bezogen und verlassen den Hafen von Glifa. Es hat nur Griechen auf der Fähre und aus einem Lautsprecher ertönt griechische Musik. Die Überfahrt dauert ca. ¾ Stunden. In Agiokambos fahre ich Richtung Orei. In Google Earth habe ich einen Strand mit Palmen gefunden, der mir zum Übernachten geeignet scheint.

Es dauert nicht lange bis wir am besagten Strand sind. Wir sind ganz alleine. Zu Fuss bis nach Orei ist es etwas zu weit, also müssten wir den Roller abladen. Da Heidi sich in dieser Einsamkeit nicht so wohl fühlt, fahren wir nach Orei und schauen uns dort um.
Westlich von Orei, an der kleinen Strasse, die dem Strand entlang führt, finden wir einen geeigneten Platz.

Von hier können wir zu Fuss in den kleinen Ort. Doch zunächst setzen wir uns vor das Womo und geniessen, beim Apero, die letzten Sonnenstrahlen. Alleine sind wir hier ganz und gar nicht. Wir stehen an einer Rampe, von welcher die Boote ins Meer gelassen werden.

Unzählige Griechen kommen mit Auto und Hänger, auf dem sie ihr Boot haben und lassen dieses ins Meer gleiten. Es dauert nicht lange bis unser Womo zugeparkt ist. Plötzlich spricht uns ein alter Grieche auf deutsch an. „Woher kommen Sie?“ Nun beginnt eine Diskussion über Gott und die Welt. Langweilig ist es uns hier nicht.
Als wir nach dem Abendessen, das wir in einer der vielen Tavernen im Ort einnehmen, wieder zurück zum Womo kommen, steht dieses wieder ganz alleine am Strand. Die Griechen mit ihren Booten sind nach Hause gegangen und wir verbringen eine ruhige Nacht.