11.Tag

Juni 2006 Juli 2006

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Sommer 2006   Südengland

Canterbury, Rey, Beachy Head, Old Sarum, Woodhange, Stonehenge, 
Dartmoor Nationalpark, 
London (Westminster Abbey, Houses of Parliament, Big Ben, Buckingham Palace, und Piccadilly Circus)

10:30 Montag 10. Juli 2006 Km 1512    Km-Stand 54552
Wir wollen noch etwas weiter Richtung Westen bis in den Dartmoor Nationalpark fahren. Die A35 bringt uns bis nach Honiton. Danach geht es auf der A30 bis nach Exeter. In Exeter hoffen wir, einen ALDI oder einen LIDL zu finden.
12:00 Unsere Vermutung stimmt und wir können unsere Vorräte auffüllen. Frischen Fisch und frisches Gemüse bekommen wir im gegenüber liegenden Sainsburys.

Km 1579    Km-Stand 

54619
14:00 Wir verlassen Exeter auf der A30 in Richtung Westen. Kurz nach Meldon lesen wir auf einem Schild Tavistock. Das ist unser erstes Ziel. Bei der A386 handelt es sich um eine der Strassen, bei denen man mit dem linken Rad auf der weissen Randmarkierung und mit dem rechten Rad auf dem Mittelstreifen fährt. Hohe Hecken links und rechts lassen das Ganze noch schmaler erscheinen. Solange kein Lastwagen oder Bus entgegenkommt ist das kein Problem. Falls doch mal ein breiteres Fahrzeug entgegenkommt heißt es: Voll in die Bremsen!

Km 1579    Km-Stand 

54619
15:30 In Tavistock parken wir auf dem Zentralparkplatz. Einem der wenigen Parkplätze, wo man über Nacht bzw. 24 Std. parken darf. Bei leichtem Regen spazieren wir durch die Kleinstadt. Im Touristenbüro holen wir ein Informationsplan über den Dartmoor Nationalpark und in einer kleinen Käserei kaufen wir Käse aus der Region. Der schmeckt so lecker, dass wir uns gleich mit einer größeren Menge eindecken. Unser Kühlschrank schwappt beinahe über.  

Km 1645    Km-Stand 

54685

16:50 Wir machen uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz und fahren auf der B3357 mitten in das Hochmoor. „Letzte Wildnis in Europa“ so wird das Dartmoor im Reiseführer beschrieben. Leider hat es sehr dichten Nebel, sodass ich mich auf die schmale Strasse konzentrieren muss. Den plötzlich, wie aus dem nichts, steht ein Schaf mitten auf der Strasse. Mit Sonne haben wir hier oben nicht gerechnet, den im Durchschnitt regnet es hier  218 Tage im Jahr. Aber muss es gleich so dichter Nebel sein.

Km 1645    Km-Stand 

54685
17:30

Bei Postbridge, dass liegt ziemlich in der Mitte des Dartmoor Nationalparkes halten wir an. Hier gilt es eine alte Clapper-Bridge zu besichtigen. Der etwas abfallende Parkplatz ist ideal zum Übernachten. Auf der naheliegenden Durchgangsstrasse fährt in der Nacht bestimmt keiner und ein Toilettenhäuschen hat es auch.  Auf dem Informationsplan, das wir vom Touristenbüro haben, ist abseits der Durchgangsstrasse ein weiterer Parkplatz eingezeichnet. Wir folgen dem schmalen Waldpfad etwa 7 km bis zu einer Abzweigung. Und jetzt, welche Richtung nehmen wir? Zu Fuß gehe ich ein Stück in den Wald hinein, wo ich den etwas tieferliegenden Parkplatz finde. Die Äste hängen tief herunter, doch ich kann mit dem Womo gerade noch unten durchfahren. Heidi und ich schauen uns draussen etwas um. Es ist kurz vor 18:00 Uhr und eigentlich müsste es noch hell sein. Doch es ist sehr finster, nebelig und still. Unheimlich still. So still, dass man eine Nadel fallen hört. Sollen wir wirklich hier bleiben? Heidi will nicht in dieser Einsamkeit übernachten. „Wenn Du hier nicht schlafen kannst, fahren wir zurück auf den anderen Parkplatz.“ sage ich zu ihr während wir zurück zum Womo gehen. Unterdessen hat Roswitha alles für das Nachtessen vorbereitet und sagt spontan: „Hier gefällt es mir, wir bleiben hier und ausserdem habe ich Hunger.“ Also wird erst einmal gekocht und gegessen. 

Heidi will Christine anrufen, um den genauen Termin am Flugplatz Stanstead Airport abzumachen. Doch hier in dieser Einsamkeit hat man keinen Empfang. Das Natel ist Mause tot.

Km 1668    Km-Stand 


Clapper-Bridge

54708

Nach dem Essen dringt plötzlich ein Getrampel von draussen zu uns ins Womo. Was ist das? Etwas vorsichtig gehen wir vor das Womo und entdecken im Nebel ein paar Pferde. Bei den Pferden handelt es sich um die halbwilden Ponys, von denen wir im Reiseführer gelesen haben. 

Es ist schon eine eigenartige Stimmung als wir uns zwischen den halbwilden Ponys bewegen. Und es ist still, unheimlich still. Nur ein paar Eulen sind in der Ferne zu hören. 

Edgar Wallace lässt grüßen.

 
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